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Spiritual Bypassing: Was ist das?

“Ich weiß nicht was ich machen soll. Meine Beziehung steckt in einer Krise. Ich war schon bei Familienaufstellungen, bei einer Schamanin und habe das energetisch geklärt. Und trotzdem ändert sich nichts. Was kann ich jetzt tun?”

Das war die Aussage einer meiner Klientinnen in einem der ersten Gespräche, das ich mit ihr geführt habe. Sie wollte unbedingt die Beziehung verbessern, hat sich Hilfe geholt und hat am System gearbeitet. Ein entscheidender Faktor hat allerdings in all diesen Aktionen gefehlt: Sie selbst. Wir haben gemeinsam liebevoll herausgearbeitet, was es braucht, damit sie die Verantwortung für das Gelingen der Beziehung nicht in fremde Hände abgibt, sondern selbst im Feuer ihrer Gefühle stehen bleiben kann.

Und sie ist durchaus nicht die Einzige. Viele der Frauen mit denen ich spreche und arbeite, haben sich bereits auf ihren Weg gemacht. Sie haben Bücher gelesen. Seminare besucht. Podcasts gehört. Gehen zum Yoga. Meditieren. Achtsamkeit und Bewusstheit sind bekannte Größen in ihrem Leben. Auch energetische Arbeit in den unterschiedlichsten Facetten ist vertreten.

 

Spiritualität als Vermeidungsstrategie

Vielfach wird angenommen, dass esoterischen Menschen nur noch Licht, Liebe und Leichtigkeit in ihrem Leben fühlen. Spiritutalität ist inzwischen alltagstauglich geworden und kann ein wundervolles Werkzeug sein um uns resilient gegenüber den Stürmen des Lebens zu machen.

Doch im Leben kann es immer wieder mal vorkommen, dass wir uns eben nicht so toll fühlen. Da ist Wut. Schmerz. Enttäuschung. Scham. Alles Gefühle die wir nicht so gerne haben. Wir Menschen neigen dazu, diesen Gefühlen auszuweichen und uns in die Spiritualität zu flüchten.

Und ja, die Spiritualtität gibt uns tatsächlich gewisse Möglichkeiten, um diesen unangenehmen Momenten auszuweichen. In diesem Zusammenhang hat der Psychologe und Autor John Welwood hat im Jahr 1984 den Begriff “Spiritual Bypassing” geprägt, was soviel wie spirituelle Vermeidung bedeutet.

“SPIRITUAL BYPASSING…

… ist die Tendenz, spirituelle Ideen und Praktiken zu verwenden, um ungelöste emotionale Probleme, psychische Wunden und unvollendete Entwicklungsaufgaben zu umgehen oder zu vermeiden.”

Was ich damit meine? Es sind die Kühlschrankweisheiten, welchen wir gerne nachlaufen um unseren inneren Frieden zu bekommen.

Alles ist Licht und Liebe.

Wir sind alle eins.

Du findest deine innere Mitte durch Mediation und Stille.

Karma. …

Ganz überspitzt betrachtet ist das der esoterischen KrimsKrams über den alle gerne lächeln – ihn aber doch manchmal gerne hätten.

Bitte verstehe mich nicht falsch. Ich bin ein durchaus spiritueller Mensch. Ja, ich bin der Überzeugung, dass Licht und Liebe machtvolle Werkzeuge sind um die Welt schöner zu machen. Es gibt so viele weise Menschen unter uns, die wirklich eine besondere Sicht auf die Welt haben und uns durch herausfordernde Situationen bringen können. Eine höhere Macht? Aber Hallo, ich bin fest davon überzeugt, dass es die gibt.


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Die Krux liegt im Detail. Denn in dem wir uns in den Konzepten spiritueller Sichtweisen verlieren, gehen wir aus unserer eigenen Verantwortung die wir in diesen Situationen übernehmen sollten. Häufig ist es ein Arbeiten am System, aber nicht an der Ursache. Um der Ursache begegnen zu können, ist es durchaus auch notwendig zu fühlen was tatsächlich da ist.

 

Spiritual Bypassing im Alltag.

Ich würde das Ganze gerne mal alltagstauglich machen. Denn auch wenn wir uns nicht zu den esoterischen Menschen zählen, gibt es ziemlich viele alltägliche (spirituelle) Vermeidungsstrategien. Das sind zum Beispiel:

  • Lächeln und alles Positiv sehen.
  • Die anderen sind schuld.
  • Das ist doch alles nicht so schlimm.
  • Ich muss nur noch ein bisschen mehr meditieren und dann werde ich ruhiger.
  • Mein Geistheiler | Coach | Therapeut bringen das für mich schon wieder in Ordnung.
  • Es braucht nur noch mehr Achtsamkeit und Bewusstsein und dann löst sich alles.

Die Veränderungen im Leben finden nicht auf der Yogamatte oder auf dem Mediationskissen statt. Im Gegenteil. Dein Leben prüft dich mitten im Alltag, ob es dir ernst ist mit den Dingen, die du auf der Yogamatte übst, im Selbsthilfebuch liest oder im Podcast hörst. Jeden einzelnen Tag.

Dein Leben wirkt durch dich hindurch. Genau hier und jetzt. Und es ist wie es ist und du bist perfekt so wie du bist. Aber es will gefühlt werden. Erlebt. Mit Haut und Haar. Jetzt. Dein Leben ist das was dir passiert, während du das hier liest.

Und was meinst du wieviele Stunden all die Yogis, Gurus, Coaches, Schamanen, Geistheiler… damit zugebracht haben, genau das zu üben. Fühlen. Spüren. Annehmen. Fühlen. Spüren. Annehmen. Das ist eine tägliche Praxis. Die nicht nur gedacht, sondern tatsächlich gelebt wird. Gelebte Spiritualität kann durchaus weh tun. Schmerzhaft sein und die ganzen ungeliebten Seiten an uns ans Tageslicht ziehen. Man kann sich nicht immer nur dem Licht zuwenden. Denn wo Licht ist, ist auch Schatten. Und im Schatten liegt die Heilung.

Es ist ganz einfach in uns Menschen angelegt, dass wir uns danach sehnen glücklich zu sein. Wir möchten die schlechten Gefühle nicht fühlen müssen. In der eigenen Mitte zu ruhen ist doch viel besser, als sich mit Schuld, Scham, Wut, Trauer und all den anderen auseinanderzusetzen. Die Krux an der Sache ist die, dass es notwendig alles zu fühlen, damit man in sich ruhen kann. Damit sich innere Balance einstellen kann. Innere Balance ist der Lohn für die so wichtige Arbeit des Annehmens und Zulassens.


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Was kannst du tun, um aus dem (spirituellen) Umgehen auszusteigen?

Frage dich in solchen Momenten: Was möchte ich gerade nicht fühlen? Wovor verschließe ich meine Augen? An wen gebe ich gerade meine Verantwortung ab?

Stelle dich deinen unangenehmen Gefühlen. Diese unangenehmen Gefühle sind anders als die schnell nach oben schießenden Emotionen, die man gut durch Atemübungen in den Griff bekommt. (Mehr dazu im QuickFix: Gefühle und Emotionen schnell gelöst.)

Nimm dir Zeit, dem Schmerz, der Wut, der Traurigkeit, der Angst, der Scham… ins Auge zu schauen. Und ja, das ist nicht Ohne und es ist leichter wieder wegzugehen. Alles unter den Teppich zu kehren – allerdings wirst du dann irgendwann über die Beule im Teppich stolpern…. Wenn es dir zu groß erscheinen sollte, dann hole dir dazu Unterstützung. Hole dir Unterstützung um da zu bleiben, den inneren Dämonen* in die Augen zu schauen, dich ihnen zu stellen und den Schatz dahinter zu entdecken.

 

Bist du allerdings durch damit, ist es aufgelöst und du hast neue Werkzeuge kennengelernt, die dir helfen, wenn du wieder in ähnliche Situationen kommen solltest. Du wirst authentischer, weil du nichts mehr bagatellisierst und schön redest. Du übernimmst damit Verantwortung für dich und dein Leben. Du wirst merken, dass dich das entspannt, weil du nicht mehr auf heißen Kohlen sitzt. Du gewinnst an Selbstvertrauen und Selbstliebe.

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HerzensGrüße

Daniela

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Mentorin für Frauen,

die sich verändern wollen